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Geschichte

Spurensuche in der „Geschichte des Westens“

Der LK Geschichte und einige geschichtsinteressierte Grundkursler begaben sich am 20. September 2011 in der Friedrichstadtkirche zu Berlin auf die Spurensuche nach dem Ursprung, dem Verlauf und der weiteren Entwicklung des „normativen Projektes des Westens“.
Heinrich August Winkler stellte den 2. Band seines insgesamt dreiteiligen Werkes zur Geschichte des Westens vor und besprach einzelnen Aspekte anschließend mit Peer Steinbrück.

Die Kontinuitäten und Brüche in der Entwicklung Deutschlands und Europas im Bezug auf die Ausbildung einer gemeinsamen Werteordnung innerhalb westlicher Demokratien stellen die Problemstellung des Buches dar. In der anschließenden Diskussion ging es unter diesem Aspekt dann um die europäische und deutsche Entwicklung nach 1914, u.a. um die Frage eines möglichen Determinismus zur Entstehung des Nationalsozialismus und dessen Siegeszug nach dem 1. Weltkrieg.
So entstand ein interessanter Blick auf ehemalige Entwicklungen, die bis heute fortwirken, und so die aktuellen Fragen der Politik nachhaltig beeinflussen.

Neben einem eher unscheinbaren und tristen Moderator lieferten sich Winkler und Steinbrück ein sportliches Wortgefecht, das einen tiefen Einblick in die große fachliche Kompetenz beider Gesprächspartner erlaubte und so den Moderator überflüssig machte. Dabei konnte man bei Herrn Steinbrück ein durchaus beachtenswertes Entertainment-Potenzial feststellen, das dem interessanten Abend einen sehr unterhaltsamen Anstrich verlieh.
Eine interessante Erfahrung für Schüler und Lehrer einem Historiker in sein Gehirn schauen und an seinen Ideen und gedanklichen Ansätzen real teilhaben zu können.

Auch wenn man nicht alle fachlichen Aspekte mit den Diskussionspartnern teilen mag und im letzten Abschnitt eher aktuelle Politik denn Geschichte im Mittelpunkt stand bleibt festzuhalten, dass das Buch interessant und lesenswert ist, von hohem fachlichen Wissen getragen wird und eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der Geschichte des Westens und damit auch Deutschlands für die Zeit von 1914 bis 1945 verspricht.

A. Leppin

 

 

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Geschichte aus 1. Hand

 

"Hafthaus" - Theater auf autobiografischer Basis im "Lindenhotel" Potsdam

"Ich habe von dem Stück "Hafthaus" vor Beginn nicht wirklich etwas erwartet.
Einfach, weil ich weder mit der direkten Handlung vertraut war, noch mich vorher
mit der Thematik beschäftigt habe. Allerdings hat mich das Stück von Anfang an
gefangen genommen und mitgerissen. Diese Gefühle der Ohnmacht und der
Verzweiflung des Hauptcharakters waren mit so wenigen Requisiten so gekonnt
authentisch ausgedrückt, dass man, trotz unbequemer Sitzgelegenheiten,
konzentriert die Handlung verfolgte und bei jedem Verhör auf eine positive
Wendung wartete. Auch wenn das Stück nicht so sanft auslief und ein etwas
ruckeliges Ende hatte, freute man sich, dass doch noch so glimpflich ausgegangen
war."

H. Brune

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Geschichte
 
Ein Tag in Potsdam - Geschichte erleben

Eine prägnante Führung durch die brandenburg-preußische Landesgeschichte, eine kleine Stadtrallay, ein typisches Mittagsmahl an historischer Stätte und eine Führung durch das Neue Palais - all jenes erfuhren am Montag unsere Siebenklässler hautnah in unserer Landeshauptstadt.

Dank des Sponsorings des Hauses der Brandenburg-Preußischen-Geschichte für den Bustransfer war der Unkostenbeitrag in Höhe von 5€ pro Schüler mehr als rentabel. Die Temperaturen in den alten Gemäuern waren angenehm, niemand verpasste ein Welt- oder Europameisterschaftsspiel der Fußballnationalmannschaft und der Spaß sowie die Disziplin unserer 110 Schülerinnen und Schüler trugen zum Gelingen dieser Exkursion bei.

Auch die betreuenden Lehrkräfte haben so einiges erlebt und dazugelernt. Zum einem, dass man anscheinend im Unterricht vieles richtig gemacht hat, und zum anderen, dass es durchaus Länder auf dieser Welt gibt, die mit den Buchstaben X beginnen (X-Man-Land).

Danke an alle, die diesen Tag zum Erlebnis und zum Erfolg für unsere „Kleinen“ gemacht haben. Dazu zählen auch eher „unscheinbare“ Personen wie die Toilettenfrau am Neuen Palais!!!

M. Runge, A. Leppin, K. Kraft, A. Engel und M. Meisel

slgw



Schülerlabor

Ist Marx noch up to date?

Die Politikkurse und LK Geschichte besuchten am 18.12. 2009 die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften - eine Einrichtung mit einer über 300jährigen Vergangenheit und über 70 auszuweisenden Nobelpreisträgern. Interessiert hatte uns der Versuch - unter "Laborbedingungen" - einen Workshop zu einem der schwierigsten geisteswissenschaftlichen Kapitel zu machen, mit dem man im Laufe der GOST konfrontiert wird.

Sowohl die professionelle Annäherung an das Thema durch die Seminarleiterinnen als auch die folgende Diskussionsfähigkeit der Teilnehmer zeigten, wie sehr das Thema bedenkens- und erforschenswert ist.

Ohne Erkenntnisse vorweg zu nehmen - der tiefere Sinn der Veranstaltung lag eher im Erweitern des Eindrucks geisteswissenschaftlicher Möglichkeiten und Mühen - zwei Sachen haben wir wohl mindestens gelernt: Marx ist schwer zu verstehen und er wurde häufig falsch verstanden.

FORUM erwünscht?

o.kay

 

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Jubiläum


Fontaneum zum Mauerfall

Welchen Beitrag das Fontaneum zum 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer geleistet hat, ist in unserer kleinen Galerie zu sehen, die Frau Schmid und Frau Schönwald fotografiert haben.

Galerie

Im nächsten Jahr steht der 20. Tag der Wiedervereinigung Deutschlands bevor. Dieses Ereignis war keine logische Folge des 9. November 1989 sondern eine Mischung aus cleverer Diplomatie und einiger historischer Glücksfälle.
Vielleicht diskutieren wir demnächst die Frage im Forum, ob es zur Deutschen Einheit 1990 ein vernünftige Alternative gab.

Die Meinung des Verfassers ist: Nein, es gab keine sinnvolle Alternative. Ich bin froh, dass es so gelaufen ist - trotz aller Fehler und Mängel.

o.kay

Diskussionsbedarf?

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Geschichte mal anders


Zeitzeugen

Wir, der Grundkurs Geschichte 13/2 besuchten am 29.3.2010 im Zuge einer Fachexkursion das Jüdische Museum in Berlin.

Beim Eintreffen im Museum war uns nur bekannt, dass wir an einem Zeitzeugenworkshop teilnehmen würden.
Die Erwartungen waren unterschiedlich und einige Schüler konnten sich nicht vorstellen, was sie an diesem Tag erleben werden. Im Archiv des jüdischen Museums wurden wir in drei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe bearbeitete zusammen mit einer Archivmitarbeiterin an einem separaten Thema.

Die Themen: „Briefwechsel im KZ Theresienstadt“, „ jüdische Zahnärzte“ und „Emigration von Juden nach Holland“ wurden in Anlehnung an den Lebenslauf der Zeitzeugin gewählt. Dabei arbeiteten wir mit originalen Dokumenten aus der NS-Zeit. Während der Quellenarbeit wurden wir von einem Fernsehteam des SWR begleitet.

Nach Bearbeitung der Themen wurden diese in Anwesenheit der Zeitzeugin präsentiert. Im Anschluss an die Präsentationen berichtete die Zeitzeugin von ihrem Schicksal.

Dabei berichtete Miriam Merzbacher - Blumenthal, welche für diesen Workshop extra aus den USA nach Deutschland kam, von ihrer Kindheit, ihrer Auswanderung nach Holland und ihrer Deportation ins Konzentrationslager Theresienstadt.

Im Anschluss wurde uns die Möglichkeit gegeben Frau Merzbacher-Blumenthal Fragen zu stellen. Jedoch hielt sich der Wille nach Fragen in Grenzen, da keiner von uns damit gerechnet hatte, dass ihre Geschichte uns emotional so sehr bewegen würde.

Die gewonnenen Eindrücke aus diesem Workshop lassen sich nur schwer in Worte fassen. Doch denken wir, dass es eine wertvolle Erfahrung für uns war, denn die Eindrücke, die wir durch den Workshop erhielten, können Bücher nur schwer vermitteln.

GK Geschichte 2
Fontaneum Rangsdorf



Geschichtswissenschaft

Eine Kontroverse - ein Thriller

Ja, man kann sich auf höchstem Niveau streiten, ohne hysterisch, laut oder verbissen zu werden. Anders als in zahlreichen Talkshows mit profilgierigen Politikern, die unser Trash-TV fast täglich bietet, fielen die beiden Kontrahenten des Dahlemer Autorenforums bei der Frage nach dem Sinn von Geschichtsschreibung nicht übereinander her.

Hans-Ulrich Wehler und Karl Schloegel, zwei Professoren mit unterschiedlicher Biografie - zwei Spieler in der Champions-League der Geschichtswissenschaft - argumentierten ihre Sicht über die Rolle, die Geschichtsschreibung einnehmen kann und sollte. Dabei ging die Kontroverse auf fundamentale Unterscheide zwischen dem "Papst der Deutschen Gesellschaftsgeschichte" und dem "König der Geschichtserzähler" ein.


Während Wehler für eine systematische katalogisierte und begrifflich geordnete Erklärung der Hintergründe historischer Prozesse pochte, konterte Schloegel mit der Unmöglichkeit der Abstraktion, sollte man Geschichte aus dem stattfindenden Raum reißen. Am Ende einer spannenden Kontroverse schien der "Königsweg" die Mitte zwischen literarischer und systematischer Aufarbeitung zu liegen. Die Argumentationen waren bei beiden Autoren durchweg schlüssig und streitbar. Besonders, wenn Wehler seine polemische Schreibweise verteidigte, bei der auch die von Schlogel beklagte "Zensierung" der Konkurrenz zum Vorschein kam.

Ein bemerkenswerter Erkenntnis erweiternder Abend, in dessen Genuss ein ganzer Saal voller Menschen im Ethnologischen Museum Berlin, darunter einige Schülerinnen unserer Schule, kamen.

Fazit: 1. Denken macht Spaß und kann, ohne Unterhaltung zu sein, sehr unterhalten. 2. Niveau ist keine Hautcreme. 3. Es gibt wenige Chancen im Leben - verpassen wir sie (nicht)!

o.kay

 

 

 

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